Was ist ein gutes Leben in der Stadt?

Ein Interview von Uta Gensichen, freier Journalistin, Dresden //

Wie haben Sie als Kind das Leben in der Stadt erlebt bzw. darüber gedacht?
(Davide Brocchi): Ich bin auf dem Land aufgewachsen und die Stadt war mir eher fremd. Während in der Stadt der Boden aus Zement und Asphalt bestand, dominierten bei uns Wiesen und Ackerfelder, da konnte ich stundenlang spielen und mich vom Heim entfernen, ohne dass sich irgendjemand um mich sorgen musste. Weiterlesen

33 Organisationen unterstützen den „Tag des guten Lebens“ in Berlin

Wie würde unsere Stadt, unser Quartier und unsere Straße aussehen, wenn sie durch die Anwohnerinnen und Anwohner für einen Tag das Sagen hätten? Was würde passieren, wenn die Straßen an diesem Tag autofrei wären? Welche Ideen könnte man endlich umsetzen, für die bisher kein Platz war? Weiterlesen

Für einen bundesweiten „Tag des guten Lebens“

In den letzten Monaten wurde ich in verschiedene Städte eingeladen, den Transformationsansatz hinter dem „Tag des guten Lebens“ vorzustellen und über die Lehren aus dem Kölner Realexperiment zu berichten. Daraus hat sich eine bundesweite Plattform von Initiativen, Bundesverbänden und Experten entwickelt. Initiativen aus Bonn, Essen und Dortmund haben eine gemeinsame Plattform gebildet: Gutes Leben NRW. In Berlin wird die Idee von 29 Organisationen mitgetragen, dort soll der „Tag des guten Lebens“ 2019 in drei Kiezen stattfinden. Nach einem Vortrag am 8. November 2017 im Leibnitz-Instituts für ökologische Raumentwicklung wird das Thema nun auch in Dresden diskutiert: Dort soll 2020 sogar eine „Woche des guten Lebens“ stattfinden.

Alle Initiativen sind nun in einem bundesweiten Verteiler vertreten, mit dem Ziel einen gemeinsamen Termin für den „Tag des guten Lebens“ zu vereinbaren und ein entsprechendes Manifest zu verfassen, im Rahmen einer Workshopreihe. Zur Plattform gehören unter anderem auch die Bundesvereinigung soziokultureller Zentren, die Stiftung Futurzwei sowie die Experten Alberto Acosta und Christa Müller.

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Foto: Marén Wirths

Die Bedeutung von Kultur für Nachhaltigkeit

Aus dem Vortrag vom 22. März 2018 in Koblenz*… Die Frage ist heute nicht, ob ein radikaler Wandel unserer Gesellschaft stattfinden wird, oder nicht: Wir sind nämlich bereits mittendrin. Die einzige Frage ist, ob er by desaster or by design stattfinden wird. Ein Wandel by design ist ein kultureller Wandel. Er beginnt in den Köpfen, um die Katastrophe vorzubeugen, er wird nicht erst durch die materielle Not erzwungen.

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Tag des guten Lebens in Bologna

Eine Reihe von Organisationen (Cittadinanza Attiva, Social Street, Lega Ambiente u. a.) kam am 28. März 2018 in Bologna zusammen, um ein lokales Bündnis für die schrittweise Transformation der Stadt in Richtung Nachhaltigkeit zu gründen und den ersten „Tag des guten Lebens“ in Italien zu realisieren. Dabei stellte Davide Brocchi das Konzept vor. Initiatorin der Initiative ist die Journalistin Silvia Zamboni.

 


Bild: Wikipedia

Welche Partizipationsformen braucht die Transformation?

Politische Partizipation kann auf vielfältige Weise verwirklicht werden. Der „Tag des guten Lebens“ setzt bspw. vermehrt auf Nachbarschaftsstrukturen. Davide Brocchi – Initiator dieses Tages – erklärt im folgenden Interview des Berliner Instituts für Partizipation, wie Beteiligung abseits von herkömmlichen Strukturen aussehen kann.

  • Hier zum Interview

Der Kulturwandel von einer imperialen zu einer solidarischen Lebensweise

Zu diesem Thema habe ich am 10. März 2018 einen Vortrag im Rahmen der ILA-Werkstatt für globale Gerechtigkeit in der ufa Fabrik, Berlin, gehalten. Themen des Vortrags:

(A) Was ist Kultur? Bevor wir uns die Frage stellen, wie der Kulturwandel gelingen kann, müssen wir verstehen, was Kultur überhaupt ist und worin ihre Relevanz besteht. Weiterlesen

„In meiner Kindheit saß die Transformation täglich an einem Esstisch“

Hinter dem Konzept „Tag des guten Lebens“ steckt auch eine persönliche Geschichte. Es ist die Erfahrung der letzten 40-50 Jahre, die mich zu bestimmten Transformationsansätzen geführt hat. Diese Hintergründe habe ich im Prolog zum Buch „Urbane Transformation. Zum guten Leben in der eigenen Stadt“ (2017) dargestellt. Hier der Text. Weiterlesen

Eine andere Welt braucht eine andere Kultur!

2002 wurde mir eine Kartei in die Hand gedrückt: ca. 200 Adressen von Kulturvermittlern und Kulturschaffenden aus ganz Deutschland, die mit ihrer Kreativität und ihren Kompetenzen die junge globalisierungskritische Bewegung Attac unterstützen wollten. „Schau, was du daraus machen kannst…“, hieß es. Und daraus machte ich Kulturattac, 2003 wurde die Gründung dieser Plattform im ZAKK Düsseldorf gefeiert. Weiterlesen

Große Transformation im Kiez

Seit 2017 arbeite ich an der Übertragung der Lehren aus dem urbanen Realexperiment in Köln (Tag des guten Lebens) auf andere Städte, dabei sollen andere Wege der Transformation in den Quartieren erprobt und weiterentwickelt werden (u.a. inklusive Partizipation, Selbstermächtigung der Bürger/innen, Quartiersräte). Das Konzept „Große Transformation im Kiez“ wurde inzwischen von 28 Organisationen unterzeichnet, weitere sind willkommen. Das Pilotprojekt soll in Berlin stattfinden. Weiterlesen