Jede Krankheit kann die Abwehrmechanismen eines Lebenswesens stärken, oder seinen Kollaps beschleunigen. Nicht anders ist es bei Krisen in einer Gesellschaft…

 


Friedrich-Ebert-Stiftung, 30.06.2020

Monokulturen sind besonders krisenanfällig

Für unsere Gesellschaft kann die Coronakrise eine Chance sein oder – in Verbindung mit anderen „Vorerkrankungen“ wie Klimakrise, Wirtschaftskrise, Demokratiekrise … – ihren Kollaps beschleunigen. [zum Artikel…]

 


Magazin für die kritische Masse, 20.05.2020

Das Anthropozän 

Auch ohne Parlamentsmehrheiten bestimmen uns Umwelt-Entwicklungen immer stärker.

Ein Virus legt die Weltgesellschaft lahm. Der Ausnahmenotstand könnte jedoch nicht nur zur neuen Normalität werden, sondern sich in den nächsten Jahren sogar verschärfen. Unter anderem deuten die Studien über den Klimawandel darauf hin. Nicht die Umwelt gefährdet unsere Zukunft, die gesellschaftlichen Verhältnisse tun dies. Wenn Monokulturen besonders krisenanfällig sind, dann gilt dies natürlich auch für die wirtschaftspolitischen. In einem neu angefachten Wettbewerb und in einer Atmosphäre künstlich erzeugter Knappheit werden Umwelt, Soziales und Kultur immer die Verlierer sein, denn sie haben keine Lobby. Es braucht jetzt eine Allianz dieser Strömungen für eine gesamtgesellschaftliche Alternative. [zum Artikel…]

 


Kölner Stadtanzeiger, 30.04.2020

Die Wiedergeburt der Nachbarschaft?

In einem Interview habe ich einige Thesen zur Entwicklung der Nachbarschaft in Zeiten der Coronakrise geäußert. Es gibt eine positive Dynamik und eine negative Dynamik. Zur positiven Dynamik gehört die Nachbarschaft als Kompensation für viele Dinge, die ausgefallen sind. In Bars und Cafés kann soziale Interaktion nicht mehr stattfinden. Man muss Urlaub vor der Haustür machen, wegfahren geht nicht mehr. Man lernt die Nachbar*innen kennen, beim Klatschen um 21 Uhr abends. Der Innenhof wird zur Agora. Die Straßen sind autofrei und werden umfunktioniert. Entschleunigung wird erlebbar. Wenn die soziale Ordnung zusammenbricht, bildet die sozialen Beziehungen vor Ort das Fundament der Resilienz – eine starke Wirtschaftskrise steht möglicherweise vor der Tür. Zur negativen Dynamik gehört die Angst vor Ansteckung, sie hemmt soziale Interaktion. Miteinander Teilen? Auf Solidarität angewiesen sein? Das sind zur Zeit Schwächen. Kaum jemand sitzt in Bus und Bahn. Während Amazon zu den Gewinnern der Krise gehört und kaum besteuert wird, kämpf der Einzelhandel in den Quartieren ums Überleben. Die Regierungspolitiker*innen profilieren sich als schützende Väter und Mütter, üben jedoch gleichzeitig eine fast unheimliche Macht: Sie entziehen die Freiheit und fahren das öffentliche Leben im ganzen Land runter. Das kann nicht nur positive Auswirkungen haben. Ich hoffe trotzdem, dass die positive Dynamik am Ende stärker ist. [zum Artikel…]

 


PEIRA – Gesellschaft für politisches Wagnis, 29.04.2020

Die Ursachen dürfen nicht als Lösung verpackt werden

Die Umwelt wird zunehmend zum systemrelevanten Akteur, anstelle der Banken. Soll nach der Coronakrise wieder heißen „Wirtschaftswachstum über alles“, als ob es keine Alternative gäbe? Es wäre fatal, der Krise mit alten Rezepten zu begegnen. Sie sollte als Chance für eine Wende zur Nachhaltigkeit genutzt werden. [zum Artikel…]

Der Text ist auch unter „Neue Debatte“ am 04.05.2020 erschienen.

 


Salto.bz, 17.04.2020

Ursachen nicht als Lösung verpacken

Wir betreten gerade ein neues geochronologisches Zeitalter: das Anthropozän. Zum einen ist der Mensch zu einem zentralen Faktor in biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozessen geworden. Zum anderen wird die Erde selbst zum gesellschaftlichen Akteur – so der Soziologe Bruno Latour. Nicht etwa die Fridays-for-Future-Bewegung ist die eigentlich treibende politische Kraft, sondern die Umwelt an sich [zum Artikel…]

 


Transform-Magazin, 13.04.2020

Gerechtigkeit in Zeiten der Coronakrise

Mit dem Flugzeug gelang das Virus nach Europa. Das Fliegen bildet immer noch den klimaschädlichen Luxus einer Minderheit weltweit, nur für sie galten bisher offene Grenzen. Für Flüchtlinge und Arme ist die Globalisierung hingegen ein uneingelöstes Versprechen geblieben.
Es ist kein Zufall, dass sich das Virus so schnell im Westen verbreitet. In Italien ist die Lombardei die industrialisierteste Region, nach Südtirol und dem Aostatal die reichste. Deshalb sprechen die Ärzte dort vom „Ebola der Reichen“. Warum sterben ausgerechnet hier die meisten Menschen am Coronavirus? Ein wesentlicher Grund sind der radikale Abbau und die Privatisierung des Gesundheitssystems in den letzten Jahrzehnten. Ein zweiter, der dichte Smog. So hat eine Studie gezeigt, dass er zu einer schnellen Verbreitung des Virus beigetragen hat. In Italien sterben jährlich mehr als 80.000 Menschen an Luftverschmutzung [zum Artikel…]

 


Spektrum der Wissenschaft, 04.04.2020

Wenn die Ursache der Krise als Lösung verpackt wird

Über Nachhaltigkeit will kaum einer reden in der Krise. Dabei ist sie die Krisenwissenschaft par excellence. Sie verrät, warum wir mit alten Rezepten nicht weiterkommen. Nach der Corona-Krise könnte es wieder heißen: „Wirtschaftswachstum über alles“ – als sei dies die einzige Alternative [zum Artikel…]

 


 

 

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