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Kultur ist der Bauplan der Gesellschaft

Am 11. Oktober 2018 beginnen die Bergischen Klimagespräche in Wuppertal. Das Thema: „Kunst, Kultur und Transformation“. Folgende These werde ich dort vertreten: „Kultur ist der Bauplan der Gesellschaft. Weil Städte materialisierte Kultur sind, führt eine globalisierte Monokultur zu einem standardisierten Städtebau weltweit. Für eine resiliente Gesellschaft ist kulturelle Vielfalt so wichtig wie die Biodiversität für ein Ökosystem. Vielerorts beginnen soziale und ökologische Probleme mit der Zerstörung von lokalen Kulturen. Vor diesem Hintergrund gehören die Modernisierung und die Globalisierung kritisch hinterfragt, genauso wie die Bezeichnungen Hochkultur und Leitkultur. Es kann keine Monokultur der Nachhaltigkeit geben, sondern nur Kulturen der Nachhaltigkeit. Weil gesellschaftliche Krisen entstehen, wenn Wirklichkeit und Wahrnehmung auseinanderklaffen, bedeutet Nachhaltigkeit vor allem Lernfähigkeit. „Kulturelle Mutationen“ können dazu beitragen, genauso wie die ständige Auseinandersetzung mit dem „Fremden“. Systemtheoretisch und kulturhistorisch überschneidet sich die Haltung zur Umwelt mit der Haltung zum Fremden stark. Für die Nachhaltigkeit brauchen wir keine ‚funktionalisierten‘ Medien (Kunst, Presse, Bildung…) unter neuer Flagge, sondern freie Medien, die den Widerspruch zur ‚Um/welt‘ im System thematisieren können, statt nur das System zu reproduzieren. Weil das Medium selbst die Botschaft ist, braucht Nachhaltigkeit nicht (nur) mehr Raum in den gleichen Medien der Globalisierung, sondern andere Medien (z.B. Face-to-face-Kommunikation, Natur erleben statt sie im Fernsehen bewundern).“

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