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Nachhaltige Transformation durch Kultur in ländlichen Regionen

Wie können ländliche Regionen den großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden? Im Auftrag des Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal habe ich eine Studie über die Region zwischen Koblenz und Bingen verfasst und darin gezeigt, welche Rolle Kultur und Kunst für eine neue, nachhaltige Entwicklungsdynamik spielen können. Die Studie basiert auf zwölf Interviews mit 16 Expert*innen und Multiplikator*innen.

Zuerst beschäftigt sich die Expertise mit der Frage, was Kultur ist und wie sie von den relevanten Akteuren in der Region verstanden wird. Es wird hier zwischen einem erweiterten und einem engen Kulturbegriff unterschieden. Im ersten Fall ist die Kultur die „Software of the mind“, die Art und Weise wie Menschen in einer bestimmten Gesellschaft oder Region gebildet werden, denken und handeln (vgl. Hofstede/Hofstede 2009). Nach diesem Verständnis fungiert Kultur als „Bauplan der Gesellschaft“ (Brocchi 2006: 2), sie materialisiert sich auch in einer bestimmten regionalen Entwicklung. Eine neue Entwicklungsdynamik in der Region erfordert entsprechend einen Kulturwandel, der alle Sektoren der Gesellschaft umfasst – Politik, Verwaltung und Wirtschaft inbegriffen. Je breiter die Wahrnehmungshorizonte sind, in denen Entscheidungen getroffen werden, desto nachhaltiger ist ihre Wirkung. Wahrnehmungshorizonte erweitert man zum Beispiel durch eine Auseinandersetzung mit „fremden“ Perspektiven oder vernetztem statt versäultem Denken (vgl. Brocchi 2012, 2016). Während im vierten Kapitel dieser Expertise die Entwicklung der Region ganzheitlich durch einen erweiterten Kulturbegriff beleuchtet wird, geht es beim fünften Kapitel um den engen Kulturbegriff. In diesem Fall ist die Kultur ein gesellschaftlicher Be-reich neben den anderen. In welchem Zustand ist dieser Bereich in der Region? Wo liegen die Bedarfe und wie können die Kulturakteure unterstützt werden?
Das sechste Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema Rheinromantik, im Fokus des siebten Kapitels steht das Fallbeispiel Bacharach, im letzten die (mögliche) Rolle des Zweckverbandes.
In jedem Kapitel lässt die Studie zuerst die Interviewpartner*innen zur Sprache kommen. Diese Beiträge werden dann mit Analysen und Handlungsempfehlungen des Autors ergänzt.

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